Dienstag, Februar 07, 2012

Geldbaum mit Galgenstrick

Auf der Anzeige, die selbst in Facebook Profile vordringt, lächelt eine professionell und zufrieden aussehende Dame, und darunter steht zu lesen: "search through peoplemakingmoney.net for jobs earning $50-$90/hr. Start Making Money Today" (Suchen Sie bei peoplemakingmoney.net nach Jobs, bei denen sich US$50-90 pro Stunde verdienen lassen. Fangen Sie noch heute mir dem Geldverdienen an")...

Klickt man darauf, sieht man eine weitere professionell und zufrieden aussehndende Dame namens Laura Johnson, die in einem voluminösen Blog beschreibt wie sie mit mit Schnitt 8 Stunden Einsatz pro Woche um die 800 $ verdient. Wie es scheint, strotzt Laura Johnson geradezu vor Nächstenliebe, da sie es einfach nicht lassen kann, aller Welt von ihrer Goldgrube zu erzählen: Dem "Google Money Tree" (Google Geldbaum) Schon jetzt sei gesagt dass dieser mit der Suchmaschine Google nicht das geringste zu tun hat.

Der Blog ist umfangreich und enthält zahlreiche Kommentare. Dennoch kommt  zwischen  allerlei Lobeshymnen nirgendwo genau zur Sprache, wie genau man mit dem Google Money Tree genauso zufrieden und reich wird wie Laura. Um diese wichtigen Details zu erfahren, muss man sich eine Anleitung schicken lassen, die ausser einer Portogebühr von US$ 4 umsonst zu sein scheint.  Ein Artikel, verloren in der breiten Masse von Blog-Geschwätz, enthält die Links zu Teilnahmebedingungen und Kündigungsfristen. Nur wer sich bis dort vorkämpft, findet heraus, wie Laura mit ihren paar Stunden Getippe pro Woche wirklich Kohle scheffelt.

Es ist alles ganz simpel. Man klickt man auf das farbige Link zum Google Geldbaum und füllt dort ein einfaches Formular aus. Man bestellt die "Gratis" Anleitung, bestehend aus einem "Zugriff auf Online-Verzeichnisse und Trainingsmaterial" über eine Dauer von 7 Tagen. Wer dann nicht innerhalb dieser selben 7 Tage alles annulliert, darf fortan eine Monatsgebühr von über US$ 70 berappen. (siehe da: Lauras Stundenlohn). Die Krönung: Laura hat festgelegt, dass Sonn- und Feiertage als normale Werktage zählen, wenn es um eine fristgerechte Kündigung geht. Klar, dass ihr "Büro" an diesen Tagen geschlossen ist und man gar nicht stornieren kann. In diesem Fall hat man schlicht Pech gehabt.