Samstag, März 13, 2010

WAR nicht der Hammer

Warhammer sollte eigentlich ein ganz anderes Spiel sein als WOW (World of Warcraft). Doch es ist ihm zu ähnlich. Die Abonnement-Zahlen sprechen für sich. Wenn sich die Mechanik eines Spiels nicht einfach einprägen und umsetzen lässt, dann haben die Designer etwas falsch gemacht. Man entdeckt die Unterschiede zu WOW leider nur im Detail. Viele davon sind sinnvoll, können aber nicht darüber hinwegtäuschen dass man nach 3 Jahren WOW im Prinzip weiterhin das Gleiche spielt.

Die Szenarien die gleichen Gefühle hervor wie die unlustigen Schlachtfelder des Marktführers: Entweder man überrollt den Gegner oder man wird überrollt. Am Anfang eines jeden Levels ist man ein Opfer, am Ende ist man unbesiegbar. Sicher, es ist ein Gruppenspiel. Randoms sollten in dieser Art Spiel ähnlich an die Hand genommen werden wie in Shootern (Commander usw.). Dies ist aber nicht der Fall. Die Szenarien sind im Prinzip mit einigen taktischen Möglichkeiten versehen, die aber so gut wie nicht genutzt werden. Niemand komme mir mit dem Argument, das ich nicht spielen könne - spielen kann jeder.

In vielen Foren war zu lesen, dass sich einige Spieler darauf freuen, Nonskiller und Noobs endlich los zu sein. Wenn es tatsächlich das Ziel der Designer war, ein Nischenprodukt zu schaffen, dann habe ich offensichtlich etwas gehörig missverstanden. Der offene RVR im T4 wird aus technischen Gründen genau dann unspielbar, wenn er spannend werden sollte. Überrollen und überrollt werden im großen Stil. Was kommt dann? Neue Rüstung und Waffen für einige wenige und eine Pixelfigur im Käfig. Im schlimmsten Fall wurde der Sieg durch eine erdrückende Übermacht erreicht und ein Haufen Leute auf der Gegenseite frustriert. Im Grunde ein gigantisches Alteractal inklusive der damals viel beklagten Lags. Das PVE ist, nun ja, sagen wir, geradlinig. ÖQs sind eine gute Idee. Aber ganz am Ende bleibt leider nur die Jagd nach höheren Rufrängen und besseren Gegenständen. Auch dies ist sattsam bekannt.

Wobei ich es nicht um die gebotenen Spielinhalte wie Klassenauswahl, Balance, Grafik (ja, ich mag sie) und Hintergrund der Welt meine. All dies gefällt um Längen besser als alles was man bei anderen MMOs erleben durfte. Es geht um das Spielgefühl, was leider allzubekannt erscheint. Wünscheswert für die Zukunft wäre ein "evolutionäres" ein Spiel: Eine Welt, die sich entwickelt, nicht ausschließlich auf der Basis von festen Regeln, sondern auch durch menschliche Willkür. Ich denke da an GMs die, ähnlich wie ein DJ, die Geschicke der jeweiligen Welt steuern. Wer weiß: sollte es einmal so etwas geben, dann gibt es vielleicht auch so etwas wie Superstars bei den Spielleitern, die nur durch ihr Mitwirken Spielermassen anziehen.