Das smarte Haus wird smarter
Das smarte Haus wird smarter
Dem Smart Home gehört die Zukuft, darin sind sich alle einig. Kaum ein Science Fiction Film, der nicht die Idee vom vernetzten und mitdenkenden Wohnraum zitiert. Als Produkt am Markt der Gegenwart etablieren konnte sich das smarte Haus bisher jedoch noch nicht. Potentielle Kunden mit genügend Affinität zu HiTech verhalten sich angesichts der rasanten Entwicklung und der damit einhergehenden ebenso raschen Veraltung in der Branche noch abwartend.
Anderen erscheint die Sache zu komplex, denn sie möchten mit dem trauten Heim nicht ähnliche Dramen erleben wie mit dem Netzwerk in der Firma. Wieder andere halten es für Spielerei oder Luxus. Dagegen sind die vielfältigen Vorteile und das wirkliche Potential des smarten Hauses dem Großteil der Verbraucher bisher noch kaum bewusst. Das Smart Home der Zunkuft wird einiges mehr können als nur das Licht ein- und auszuschalten.
Ein Bild vom aktuellen Stand der Dinge machen konnten sich Neugierige zuletzt in der TecWatch Area der Internationalen Funkausstellung in Berlin, anhand eines von IBM vorgestellten Modellhauses mit vernetzten Haushaltsgeräten, Temperatursensoren und Stromsparfunktionen. Zu den handfesten Pluspunkten solcher Systeme zählt vor allem die Sparsamkeit. Dass abends immer die Lichter ausgeschaltet oder entsprechend gedimmt werden, versteht sich von selbst. Die integrierte Automatisierung und Optimierung von Haushaltsgeräten ist dagegen schon raffinierter. Die vernetzte Waschmaschine etwa informiert sich onliine über Stromtarife und arbeitet automatisch zur günstigsten Zeit. Der Herd regelt seinen Verbrauch durch Temperaturmessung und auch die Heizung denkt beim Kochen mit, indem sie sich im Bedarfsfall selbst herabreguliert. Steuerbar sind alle Funktionen über den Monitor eines speziellen Fernsehgerätes (auch während des Fernsehens) oder über ein Smartphone. So lässt sich auch etwa auch aus dem Urlaub heraus sicherstellen, dass nichts vergessen wurde und alles in Ordnung ist.
Unterdessen arbeitet das Fraunhofer Institut an dem Project Ambient Assisted Living, welches sich auf mobile soziale Anwendungen im vernetzen Wohnraum konzentriert. Die Technik soll älteren Menschen den Alltag erleichtern. In einer mit Spezialsensoren versehenen Wohnung können Senioren das Licht mit einer simplen Handbwegung ein- und ausschalten. Optional kann ein spezieller Datenhandschuh die gesundheitliche Verfassung messen, Daten übers Internet weiterleiten und bei Problemen schnell Alarm geben. Ahnliches vollbringt ein an der Berliner Humboldt-Universität entwickelter Sensor, der problemspezifische Geräusche erkennen und deren Positionen bestimmen kann. Umgekehrt kommen auf Wunsch aktuelle Bilder von Freunden oder Verwandten übers Internet ins Haus, eingespeist von anderen Smartphones oder mobile Geräten.
Die fortlaufende Verknüpfung und Verbesserung solcher Komponenten macht das smarte Wohnen der Zukunft konkreter, und der Vormarsch der Mobilgeräte hat diesem Prozess zusätzlichen Schwung verliehen. Das gilt auch für die Vorstellungskraft der Verbraucher. Dass sich die Sauna bei der Heimfahrt über das I-Phone vorheizen lässt, erscheint heute kaum jemand mehr als Zukunftsmusik. Sicher wird es immer Menschen geben, die sich auch weiterhin lieber eine Holz Sauna kaufen werden. Doch wird den nächsten Jahren die Zahl der mobllen Anwendungen rapide ansteigen und dabei auch andere Bereiche um sinnvolle Elemente ergänzen, auch das Smart Home. Es ist eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis das Smart Home so viel Sinn macht, dass es jeder hat.